Fördern und Fordern

a) Sonderpädagogische Unterstützung
Dieser Bereich wird in einer gesonderten Anlage zum Schulprogramm ausführlich dargestellt.

b) Förderunterricht
Der Förderunterricht kommt den Kindern mit Lernschwierigkeiten zugute. Klassenübergreifende und klassenbezogene Kleinstgruppen mit speziellen Förderschwerpunkten werden in den einzelnen Jahrgangsstufen gebildet. Die Zusammensetzung der Fördergruppen ist ausgerichtet auf den Förderbedarf der Kinder.

c) Förderung innerhalb der Klasse
Innerhalb des Klassenverbandes gehen die Lehrkräfte auf individuelle Probleme ein und unterstützen ebenso besondere Begabungen. Sie öffnen ihren Unterricht sowohl für binnendifferenzierende als auch für strukturell unterstützende Aktionen (wie z. B. Leseeltern, studentische Mitarbeiter).

d) Sprachförderkonzept für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache
An der Grundschule Heiligengeisttor gibt es in der Regel nur wenige Kinder mit Migrationshintergrund. Diese sprechen zu Hause in den meisten Fällen ihre Herkunftssprache und kommen mit Defiziten im Gebrauch der deutschen Sprache zur Schule. Damit diese Kinder in der Schule die Chance haben, die Unterrichtsziele zu erreichen, wird die vorschulische Sprachförderung in der Grundschule fortgesetzt. Dabei gilt: „Die Förderung und Integration von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund ist (…) Aufgabe der Schule als Ganzes.“1 Deshalb finden während des regulären Unterrichts Binnendifferenzierungsmaßnahmen für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache statt. So wird auf deren individuellen sprachlichen Bedürfnisse eingegangen. Zusätzlich wird bei Bedarf Sprachförderunterricht für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache in einer Kleingruppe angeboten.

Ziele des Konzepts
Das Ziel des Sprachförderunterrichts ist, Schülerinnen und Schülern mit Deutsch als Zweitsprache sprachliche Handlungsfähigkeit im mündlichen und schriftlichen Bereich zu vermitteln. Dies ist notwendig, um den Kindern einen ihren Fähigkeiten angemessenen Bildungsweg und eine umfassende Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen. Voraussetzung hierfür ist die Entwicklung folgender Kompetenzen:

  • soziale Kompetenz
  • sprachliche Kompetenz
  • methodische Kompetenz
  • interkulturelle Kompetenz

Folgende konkrete Ziele werden an der Grundschule Heiligengeisttor im Sprachförderunterricht verfolgt:

  • Der Wortschatz der Schülerinnen und Schüler wird so erweitert, dass sie sich im Schul- und Lebensalltag mündlich und schriftlich altersgemäß ausdrücken können. Hierzu gehört auch die Verbesserung der Aussprache.
  • Der grammatikalisch richtige Sprachgebrauch wird geübt (z.B. Artikel, Pluralbildung, Satzbau).
  • Inhalte des Regelunterrichts werden vertieft, um den Schülerinnen und Schülern die Mitarbeit zu erleichtern.
  • Die Schülerinnen und Schüler gewinnen durch ihre interkulturellen Kompetenzen und ihre Mehrsprachigkeit die Fähigkeit, ihre Identität zu finden und zu festigen.

Konzeptionelle Vorgehensweise

  • Um zu entscheiden, welche Kinder am Sprachförderunterricht teilnehmen, werden die Ergebnisse der Überprüfung der individuellen Lernausgangslage und die Einschätzung der Klassen- sowie ggf. der Deutschlehrerin zugrunde gelegt.
  • Die Sprachförderung findet bei Bedarf klassenübergreifend in Kleingruppen statt.
  • Die Gruppen werden möglichst immer von derselben Lehrkraft gefördert.
  • Die Sprachförderung findet immer im gleichen Raum statt, sodass den Kindern feste Strukturen geboten werden.
  • Die Schülerinnen und Schüler sollen möglichst nicht aus dem Regelunterricht herausgenommen werden.

Inhalte des Sprachförderunterrichts
Der Lehrplan „Deutsch als Zweitsprache“ 3 weist für die Grundschule sechs Lernfelder aus, die in einem Grundkurs schwerpunktmäßig in den Klassen 1/2 und in einem Aufbaukurs in den Klassen 3/4 erarbeitet werden sollen:

  • Ich und du
  • Lernen
  • Sich orientieren
  • Miteinander leben
  • Was mir wichtig ist
  • Sich wohl fühlen

Jedes der sechs Lernfelder besteht aus einem Thema mit zugeordneten Modulen, Kerninhalten/Lernzielen, lexikalischen Bereichen, syntaktischen Mitteln und möglichen Schüleraktivitäten.

Das Thema, die zugehörigen Kerninhalte und die lexikalischen Bereiche sind hierbei verbindlich, während die übrigen Aspekte individuell erweiterbar und auf den individuellen Förderbedarf der Kinder, auf den zur Verfügung stehenden Zeitrahmen sowie auf die Interessen der Schülerinnen und Schüler abgestimmt werden können.

e) Begabtenförderung
„Hochbegabte Schüler und Schülerinnen brauchen günstige Entwicklungsbedingungen, um ihr Begabungspotenzial entsprechend entfalten zu können.“

Seit dem Schuljahr 2004/2005 ist die Grundschule Heiligengeisttor Mitglied des Kooperationsverbundes (KOV) für Hochbegabung und bietet im laufenden Schuljahr 3 Unterrichtsstunden im Rahmen dieses Verbundes an. Dem KOV Oldenburg-Stadt gehören derzeit Oldenburger Schulen verschiedenster Schultypen an.

Die Zielgruppe sind Kinder, die den normalen Schulstoff schneller aufnehmen als vorgesehen. Statt die „interessanten Sachen“ nur außerhalb der Schule zu finden, ist hier eine Freistellung vom Unterricht möglich, so dass Kinder für sie interessante und anspruchsvolle Inhalte in einem „normalen“ Schulrahmen erleben können. Und das, ohne eine Klasse zu überspringen oder die Schule zu wechseln.

Über die endgültige Teilnahme entscheidet die Klassenlehrkraft. Diese schlägt Ihnen auch zunächst einen oder verschiedene für Ihr Kind als förderlich erachtete Kurse vor.

Im Rahmen dieses Verbundes besteht ebenfalls eine direkte Zusammenarbeit mit der schulpsychologischen Beratungsstelle der Schulbehörde und der Psychologischen Beratungsstelle des Jugendamtes.

Das Programm des Verbundes wechselt jährlich und bietet Themen an, die nicht Bestandteil des regulären Unterrichts in der jeweiligen Jahrgangsstufe sind.

f) Förderung in Motorik
Lässt die Unterrichtsversorgung dies zu, wird für Kinder des 1. und 2. Schuljahres, bei denen eine physische Auffälligkeit festgestellt wurde, eine zusätzliche Förderung eine Schulstunde pro Woche angeboten. Diese Förderung findet in einer Kleingruppe von max. 6 Kindern statt. Die Kinder werden hauptsächlich im Bereich Gleichgewicht, Motorik und Koordination geschult.

g) Angebot von Arbeitsgemeinschaften
Es besteht ein abwechselungsreiches Angebot an Arbeitsgemeinschaften zur Förderung der individuellen Interessen und der Fähigkeiten und Fertigkeiten (s.auch „Schulleben“).